Lübeck und das Brückenproblem

Auch in Lübeck ist der Flughafen ein Sorgenkind. Denn obwohl es jüngst mal wieder einen Eigentümerwechsel gab bleibt offen, ob der kleine Airport in Blankensee nun wirklich eine Zukunft hat oder nicht.

Doch Lübecks eigentlicher „BER“ liegt gleich am südlichen Rand der Altstadt. Es ist ein Bauprojekt, das vor rund drei Jahren begonnen wurde und längst fertig sein sollte. Inzwischen traut sich – ähnlich wie beim neuen Hauptstadtflughafen in Berlin – auch hier niemand mehr einen Fertigstellungstermin zu nennen. Die Possehlbrücke – ist baulich gesehen das größte Sorgenkind der Stadt.

DLF, 20. November 2017

Lückenpresse

Neulich machte die Meldung die Runde, daß die Hanselstadt™ Lübeck auf 100.000 Euro Anwaltskosten sitzenbleibt, die eigentlich AirBerlin hätte erstatten müssen, nachdem das Unternehmen juristische Auseinandersetzungen mit der Stadt verloren hatte. Bekanntlich ist AirBerlin jedoch insolvent, und die Stadt wird vermutlich keinen Pfennig Cent aus der Insolvenzmasse bekommen. Sowohl die hiesige Monopolpresse als auch Die Welt berichteten, vergaßen aber zu fragen: Insolvenz, da war doch schon mal was? Und wie sieht’s überhaupt finanziell aus für die Stadt in Sachen Landewiese? In der Presse: Gähnende Leere. Ohrenbetäubendes Schweigen.

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Mr. Pang vom Radar verschwunden

Parchim nach Meldungen über Schieflage des Flughafenbetreibers verunsichert. Landkreis schließt Rücknahme aus. […] Nach Recherchen unserer Zeitung ist aus informierten Kreisen zu hören, es sehe „sehr schlecht“ aus. Zwar ist die Kurzarbeitsphase der 25 Beschäftigten, die den Flughafen am Laufen halten, seit Sommer vorbei. Allerdings komme Link Global neuerdings seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Nicht bezahlte Rechnungen in Größenordnungen stapeln sich, heißt es. Und auf Lohn sollen die Beschäftigten auch warten. Mietzahlungen für das ehemalige Büro in der Walter-Hase-Straße stehen ebenfalls noch aus.

Schweriner Volkszeitung, 26. Oktober 2017

Airport Parchim: Pang nicht mehr Geschäftsführer

Der Investor des Flughafens Parchim, Jonathan Pang, ist nicht mehr Geschäftsführer der Firma LinkGlobal. Pang hatte mit dem chinesischen Fracht-Logistik-Unternehmen vor zehn Jahren den Militärflughafen Parchim gekauft. Im Geschäftsbericht von LinkGlobal, der dem NDR vorliegt, taucht Pangs Name nicht mehr auf, als Geschäftsführer wird stattdessen Ren Yongsheng aufgeführt. Wirtschaftsexperten, Politiker und Geschäftspartner aus der Region wollen Pang seit etwa anderthalb Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen haben.

NDR, 25. Oktober 2017

Auch das noch!

Auch das noch – sogar der Stadtverkehr fällt vom Glauben an die lübsche Luftfahrtlehre ab! So sah die Zielanzeige der Busse auf Linie 6 bis vor kurzem aus:

6

Blankensee/Dorfplatz   
über Flughafen

Und jetzt? Nix Flughafen mehr. Nix Flieger-Symbol. So traurig :mrgreen: Die Realität hält Einzug – jetzt liest man:

6

Blankensee
über St. Hubertus

Dagegen muß man doch etwas unternehmen! Hallo, FDP, Freie Wähler, BfL usw., wie wäre es mit einem neuen Bürgerentscheid – der Flughafen muß zurück auf die Zielanzeige des Stadtverkehrs? Oder zahlt Investor Prof. Dr. med. Stöcker ein Milliönchen dafür? Oder kauft er gleich den ganzen Stadtverkehr – und übernimmt die Verluste?

Da könnte er sich wirklich mal um die Allgemeinheit verdient machen, anstatt eine marode Landewiese für ein paar Unternehmer (wie ihn selbst) und elitäre Sportflieger offenzuhalten.

Aber nein, offenbar bezahlt Euroimmun nicht einmal die durchaus mögliche Anbindung des Firmensitzes Seekamp an die Linie 6 des Stadtverkehrs. (Diese Anbindung gab es sogar einmal, nur will der Stadtverkehr sie offenbar – zu Recht – nicht selbst finanzieren.)

Die Angestellten der Firma Euroimmun, die kein Flugzeug oder Auto haben, und für die ein Fahrrad auch keine Alternative darstellt, dürfen also den knappen Kilometer von/bis zur jetzigen Endhaltestelle „Blankenseer Dorfplatz“ zu Fuß zurücklegen. Ich jedenfalls sehe Mitarbeiter jeden Nachmittag dorthin pilgern.

Ein vorbildlicher Arbeitgeber, oder? Man sollte immer etwas genauer hinsehen.

Das Wort zum Sonntag

Kürzlich im Bus in Richtung Blankenseer Dorfplatz. Stadtverkehr Lübeck. Neben der Fahrzeugführerin sitzt ein Kollege – wohl als Einweiser für die neue Fahrerin. Jedenfalls unterhalten sich beide ständig. Ich sitze eine Reihe dahinter in Hörweite. Wir nähern uns der Haltestelle „Flughafen“. Jemand weiter hinten im Wagen hat (irrtümlich) den Stop-Knopf betätigt. Die Fahrerin hält am Flughafen, öffnet die Tür und blickt fragend zum Kollegen. Seine Antwort kommt sofort, ohne sich nach hinten umzusehen:

„Ach, fahr weiter. Hier steigt garantiert niemand aus.“

Was will Graf? Eine Analyse

Gut, vergessen wir mal das Geschwätz der Beteiligten von gestern, jedenfalls für einen Moment. Stattdessen versuche ich, die jüngsten Aussagen des Grönauer Bürgermeisters Graf in Sachen Flughafen zu analysieren (Bürgermeisterbrief II/2017, in Verbindung mit dem LN-Artikel „Airport: Klagt Groß Grönau doch nicht?“ – jetzt ohne Bezahlschranke). Ich bitte Sie, beide Artikel zu lesen, bevor Sie hier fortfahren. Urteilen Sie dann selbst.

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Wer hat uns verraten?

Es kam zwar mit Ansage (siehe Laßt Euch nicht hereinlegen), aber vielleicht schneller als erwartet.

Groß Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf (SPD) will die Klage gegen den Lübecker Flughafen zurücknehmen.

LN-Online, 18. September 2017

Die Auszeichnung als Wendehals des Jahres dürfte ihm damit gewiß sein.

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Flying Merkel Superstar in Lübeck, und keiner merkt’s

Was erlauben Rolling Stones? „Am Sonntag warteten geduldige Fans am Hamburger Flughafen, um einen Blick auf den gen München abhebenden Privatjet der Multimillionäre werfen zu können.“ (Lübecker Nachrichten, 12. September 2017, S. 27). Die hätten gefälligst nach ihrem Hamburger Konzert noch in der Nacht abdüsen sollen – wie etliche „Superstars“ vor ihnen natürlich ab Lübeck! War nix.

Wenig später nahte Rettung in Person der Kanzlerin. Doch ihre Nutzung der Landewiese verpuffte eher unbemerkt, warum bloß? Weil da Fragen sind, wer die Wahlkampfflüge der Dame überhaupt bezahlt?

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